Dienstag, 30. September 2014

SCHREIBEN Untitled ROHR Untitled NACHBARSKINDER NETZ

Meine Wetterabhängigkeit zu bekämpfen, das ist mein Plan. Wir führen viele Kämpfe in uns selbst, vielleicht die größten, die es gibt, doch dieser hat nur zwei mögliche Enden: die übliche Motivationslosigkeit zu dieser Zeit oder die tägliche Freude in einen viel zu großen kuscheligen Pullover zu schlüpfen. Denn, nur weil verabschiedet, fallen gelassen und die Saturation hinunter gedreht wird, verfällt die Natur nicht gleich in Depressionen. 
Als ich eine junge Frau dabei beobachtete, wie sie alleine an einem langen Tisch saß, in fein säuberlicher schwarzer Handschrift in ihr Büchlein schrieb und immer wieder in die Bäume vor ihr starrte, sich dann durch die Haare fuhr und wieder weiter schrieb und mal ein hinunterfallendes gelbes Blatt auf ihr Geschriebenes legte, da war ich so fasziniert von ihrer Genügsamkeit und ihrer romantischen Einsamkeit, dass ich beschloss mich auch mit meinem schwarzen Buch ins Freie unter Menschen zu setzen. Und ich realisierte auch, dass es eine Sorte Mensch ist, denen dieses Blatt nicht in die Quere kommt, sondern die es aufnehmen. Die es nicht wegschnipsen, sondern behutsam in die Seite hineinlegen. Ich beschloß, nach diesen Menschen zu suchen und das Loslassen der Äste famos zu finden.

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